Achtundachtzig Jahre alt, im Schlaf gestorben. Und jemand hatte vorher aufgeräumt.
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Eine alte Frau stirbt im Schlaf. Kein Befund, keine Spur, kein Zweifel. Nur eine aufgeräumte Schublade.
Im Gut Wacholderhof wird gerade der Adventskranz aufgehängt, als Margarethe Sundermann aus Zimmer 34 nicht zum Frühstück kommt. Achtundachtzig Jahre, bekannte Herzschwäche, morgens tot im Bett. Der Landarzt stellt den Totenschein aus. Niemand stellt eine Frage. Es gibt nicht einmal eine Obduktion.
Dr. Henriette Sallwürk steht zwanzig Sekunden neben dem Bett und findet nichts. Zum ersten Mal in vierzig Jahren Rechtsmedizin hat sie keinen Befund. Sie hat drei Dinge, die zu ordentlich sind, und ein Tagebuch, das fehlt.
Diesmal ermittelt der Wacholderclub nicht im Dorf, sondern im eigenen Haus. Der Verdächtigenkreis sind dreiunddreißig Bewohner und neunzehn Angestellte, Leute, mit denen die vier jeden Morgen frühstücken. Bruno überlegt tagelang, wo in einem Heim ein Buch überhaupt verschwinden kann. Almut gräbt zwei Seiten aus, die 1998 jemand aus der Ortschronik gestrichen hat. Gerd verliert seine Stelle und mit ihr sein Zuhause. Und Mine, die Hauskatze, setzt sich auf den Schoß der Frau, die im ganzen Haus am meisten geachtet wird.
Denn alte Leute sind unsichtbar. Man redet vor ihnen weiter.
Der dritte Fall für den Wacholderclub – ein Wohlfühlkrimi aus der Lüneburger Heide. In sich abgeschlossen, ohne Gewaltdarstellung, mit vier Ermittlern, die sich niemand ausgesucht hat.
Die Tat geschieht im Off. Keine Gewaltdarstellung auf der Seite, kein Blut, keine sexuelle Gewalt, niemals verletzte Kinder oder Tiere. Jeder Hinweis, der die Auflösung trägt, liegt vorher offen im Text – Mitraten ist ausdrücklich vorgesehen. Am Ende steht die Ordnung wieder, und es gibt keinen Cliffhanger.
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