Alte Leute sind unsichtbar. Das ist ein Fehler.
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Vier Bewohner. Ein Mord. Und niemand, der ihnen zuhört.
Dr. Henriette Sallwürk hat vierzig Jahre lang Tote untersucht. Jetzt ist sie neunundsiebzig, wohnt gegen ihren Willen im Gut Wacholderhof mitten in der Lüneburger Heide und sagt jedem, dass sie in drei Monaten wieder auszieht.
Dann stirbt beim Heideblütenfest der Vorsitzende des Heimatvereins. Herzversagen, sagt der Notarzt. Das ganze Dorf ist erschüttert und niemand ist überrascht – der Mann war herzkrank, jeder wusste das.
Henny sieht die Leiche zwanzig Sekunden lang. Danach weiß sie, dass es Mord war. Aber sie ist die Neue aus Zimmer 12, sie geht am Stock, und die junge Kommissarin aus Soltau hört ihr höflich zu und schreibt nichts auf.
Also ermittelt Henny selbst. Mit Bruno, der jedes Schloss öffnet und nie erklärt, woher er das kann. Mit Almut, die im Umkreis von dreißig Kilometern jeden seit dessen sechstem Lebensjahr kennt. Mit Gerd, der vierzig Jahre die Post ausgetragen hat und jeden Weg im Landkreis weiß. Und mit Mine, der Hauskatze, die sich immer zu dem Menschen setzt, der gerade lügt.
Denn alte Leute sind unsichtbar. Niemand misstraut ihnen. Alle reden vor ihnen weiter.
Das ist ein Fehler.
Der erste Fall für den Wacholderclub – ein Wohlfühlkrimi aus der Lüneburger Heide. In sich abgeschlossen, ohne Gewaltdarstellung, mit vier Ermittlern, die sich niemand ausgesucht hat.
Die Tat geschieht im Off. Keine Gewaltdarstellung auf der Seite, kein Blut, keine sexuelle Gewalt, niemals verletzte Kinder oder Tiere. Jeder Hinweis, der die Auflösung trägt, liegt vorher offen im Text – Mitraten ist ausdrücklich vorgesehen. Am Ende steht die Ordnung wieder, und es gibt keinen Cliffhanger.
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