Die Stiche kamen zu spät. Der Mann war schon tot.
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Ein Imker, tot zwischen seinen Beuten. Und niemand, der die Frage stellt.
Der Imkerverein Wietzenbeck wird hundert Jahre alt und feiert das mit einem Honigmarkt auf dem Gelände des Gut Wacholderhof. Am Morgen der Feier findet die Enkelin von Hilmar Bethge ihren Großvater zwischen seinen Bienenkästen. Gesicht und Hände übersät mit Stichen. Ein anaphylaktischer Schock, sagt der Notarzt. Ein Unglück, sagt das Dorf.
Dr. Henriette Sallwürk sieht die Stiche zwanzig Sekunden lang an und weiß, dass sie gesetzt wurden, als der Mann längst tot war.
Nur glaubt ihr diesmal niemand – und das aus einem neuen Grund. Im September hat sie recht gehabt. Jetzt, sagt die Kommissarin aus Soltau freundlich, sehe sie eben überall Morde.
Also ermittelt der Wacholderclub weiter. Bruno rechnet nach, wie viel Honig hundertneun Mitglieder im Jahr überhaupt erzeugen können. Almut erinnert sich an einen Jungen aus ihrer dritten Klasse, der lieber log, als etwas nicht zu können. Gerd kennt einen Weg, der auf keiner Karte steht. Und Mine, die Hauskatze, setzt sich auf den Schoß des einzigen Menschen im Raum, der vollkommen ruhig ist.
Denn alte Leute sind unsichtbar. Man redet vor ihnen weiter.
Der zweite Fall für den Wacholderclub – ein Wohlfühlkrimi aus der Lüneburger Heide. In sich abgeschlossen, ohne Gewaltdarstellung, mit vier Ermittlern, die sich niemand ausgesucht hat.
Die Tat geschieht im Off. Keine Gewaltdarstellung auf der Seite, kein Blut, keine sexuelle Gewalt, niemals verletzte Kinder oder Tiere. Jeder Hinweis, der die Auflösung trägt, liegt vorher offen im Text – Mitraten ist ausdrücklich vorgesehen. Am Ende steht die Ordnung wieder, und es gibt keinen Cliffhanger.
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