Im Schnee liegt genau eine Spur. Sie führt hin und nicht weg.
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Ein Schneesturm. Zweiundfünfzig Menschen, die nicht wegkommen. Und im Innenhof genau eine Spur – die hinführt und nicht weg.
Am Heiligabend schneidet ein Sturm das Gut Wacholderhof vom Dorf ab. Dreiunddreißig Bewohner, sieben Angestellte und zwölf Angehörige, die einander einmal im Jahr sehen und dabei mitbringen, was sich zwölf Monate lang angesammelt hat. Der Letzte, der es die Auffahrt hochschafft, kommt um Viertel nach acht. Am ersten Weihnachtsfeiertag liegt er im Innenhof unter dem Findling.
Erfroren, sagt der Notarzt. Eins Komma neun Promille bei minus elf Grad. Niemand widerspricht ihm, und für die eine Spurenreihe im Schnee gibt es eine einfache Erklärung: Der Mann ging allein hinaus und blieb liegen.
Dr. Henriette Sallwürk braucht zwanzig Sekunden, um zu sehen, dass es andersherum ist. Es hat die ganze Nacht geschneit. Was um sechs Uhr früh noch zu sehen war, kann nicht von elf Uhr abends sein.
Diesmal hat der Wacholderclub keinen Zeugen, kein Labor und keine Polizei, weil die Straße gesperrt ist. Er hat drei Tage, zwei Uhrzeiten und einen Mantel, der zugeknöpft ist, obwohl darunter kein Schnee liegt. Bruno öffnet ein Auto, das ihm nicht gehört. Almut hat einmal hingesehen, als niemand hinsah. Gerd streut jeden Morgen um sechs, und niemand fragt ihn, was er dabei gesehen hat. Und Henny sitzt schließlich selbst vierzig Minuten in diesem Hof, bei genau derselben Temperatur.
Denn alte Leute sind unsichtbar. Man redet vor ihnen weiter.
Der vierte Fall für den Wacholderclub – ein Weihnachtskrimi aus der Lüneburger Heide. In sich abgeschlossen, ohne Gewaltdarstellung, mit vier Ermittlern, die sich niemand ausgesucht hat.
Die Tat geschieht im Off. Keine Gewaltdarstellung auf der Seite, kein Blut, keine sexuelle Gewalt, niemals verletzte Kinder oder Tiere. Jeder Hinweis, der die Auflösung trägt, liegt vorher offen im Text – Mitraten ist ausdrücklich vorgesehen. Am Ende steht die Ordnung wieder, und es gibt keinen Cliffhanger.
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