Manchmal kostet ein einziger, zu sicherer Satz einem Menschen ein halbes Leben.
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Eine Frau, die mit aufgesetzter Lesebrille tot auf einer Bank gefunden wird – ohne irgendetwas, das sie hätte lesen können. Eine Handtasche mit Geld, Papieren und Autoschlüssel, aber ohne die beiden Spritzen, die sie seit dreißig Jahren nie vergisst.
Zwei Jahre nach dem ersten Toten im Wacholderhain kehrt Gesine Rethberg-Ahlborn nach Wietzenbeck zurück – an den Ort, an dem ihre Familie einst den Hof verlor und ihr Bruder Christoph als Verdächtiger galt, ohne dass es je zu einer Verhandlung kam.
Sie will ihm etwas sagen, das sie fünfundzwanzig Jahre lang für sich behalten hat.
Zur Aussprache kommt es nicht mehr.
Am Abend des Heideblütenfests wird sie tot in der Heide gefunden. Ein Wespenstich, ein allergischer Schock – ein Unglück, wie es jedes Jahr im Landkreis passiert.
Bis Henny Sallwürk die Lesebrille sieht.
Niemand liest bei Dunkelheit dreihundert Meter von der nächsten Bank entfernt. Und niemand mit dieser Allergie lässt seine Notfallmedikation zurück.
Die Spur führt zurück ins Jahr 1994 – zu einem Gutachten, das Henny selbst unterschrieben hat, und zu der Frage, ob ein einziger, zu sicher formulierter Satz einem unschuldigen Mann ein halbes Leben gekostet haben könnte.
Für Henny, Bruno, Almut und Gerd wird daraus der Fall, der alles zusammenführt, was in den ersten neun Bänden begann.
Der zehnte Fall für den Wacholderclub – ein Cozy Crime aus der Lüneburger Heide. In sich abgeschlossen, ohne brutale Gewaltdarstellung, mit vier Ermittlern, die sich niemand ausgesucht hat.
Die Tat geschieht im Off. Keine Gewaltdarstellung auf der Seite, kein Blut, keine sexuelle Gewalt, niemals verletzte Kinder oder Tiere. Jeder Hinweis, der die Auflösung trägt, liegt vorher offen im Text – Mitraten ist ausdrücklich vorgesehen. Am Ende steht die Ordnung wieder, und es gibt keinen Cliffhanger.
Jeder Band ist in sich abgeschlossen. Zur Reihenfolge →